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Lieber Patrick Corillon,

wir haben uns ja schon im letzten Jahr beim Fundamental Monodrama Festival gesehen, letztes Jahr hattest Du mich verzaubert. Das ist Dir auch dieses Jahr mit der Produktion “L´appartement à trous” wieder gelungen. Du weißt, mein Französisch ist miserabel, ich verstehe kaum, wovon Du da auf der Bühne sprichst, aber Deine Spektakel sind solche Gesamtkunstwerke, was vor allem auch an den tollen Illustrationen und Installationen und Animationen liegt, die Deine Aufführung begleiten. Ein Hoch auf Dominique Roodhooft für die wundervolle künstlerische Umsetzung. Für euer Theater müsste man eigentlich eine neues Genre erfinden. Ein Zaubertheater. Sowas in der Art. Mir gefällt auch, wie bescheiden Du wirkst inmitten dieser Wunderkammer, und ich stelle mir vor, dass die Proben mit den ganzen kleinen Schiebern und Faltblöcken und Magneten und Aufstellern ein purer Logistikstress sein müssen. Von dem Stress merkt man aber gar nichts: Alles bringst Du so gelassen, intelligent und mit Leichtigkeit an uns heran, dass es eine Freude ist. Ich lasse mich sehr gerne von Dir entführen. Meinetwegen auch in eine Todeszelle. Oder in einen Wald. Zur Großmutter. Oder ins Wasser. Zum Bücherfresser.  Wohin Du willst. Hauptsache, die Hoffnung ist mit an Bord. Und dafür liebt man Deine Aufführungen so: Es sind Wunderkammerkleinode, die man ins Herz läßt und beschützen mag.

Es bedankt sich,
eine verzauberte

Niagara Kate