Schauspieler sind ja Esel.
Niagara Kate:
Ihr eröffnet das Festival mit einem besonderen Projekt: My Brother, My Sister. Ihr habt über mehrere Monate mit jungen Arbeitslosen zusammengearbeitet, die schlechte Schulabschlüsse und kaum Aussicht auf erfolgreiche Jobvermittlung haben. Wie kam es dazu?
Steve Karier:
Schauspieler sind ja Esel. Sie haben einen 40cm Schwanz und stecken nur 20cm rein. Und warum? Schauspieler sind so beschäftigt mit der Arbeit, und dann mit demunddem noch arbeiten und die Premiere noch und das Projekt, ist zwar mit Jugendlichen aber gut bezahlt. Und dann kommt man durch Zufall irgendwann auch mal an die anderen 20cm: Man kann ja auch noch unterrichten. Und das haben wir erfolgreich getan. Manche von den jungen Leuten die haben das erst nicht verstanden, warum muss ich das und das machen, das ist ja Leistung das ist ja Arbeit. Die haben noch nie in ihrem Leben gearbeitet. Luxemburg hat eine Jugendarbeitslosigkeit von fast 20%, das wird dann von der Politik runtergerechnet auf 7-8%. Die sind in so Beschäftigungsmaßnahmen drin, die vom Staat finanziert werden und die Arbeitgeber denken sich: Klasse, den nehm ich genau für die Zeit und dann hol ich mir den Nächsten. Die lassen sich das schön finanzieren. In den Sozialbereichen steckt hier richtig viel Finanzierung.
Niagara Kate:
Wie habt ihr das Projekt finanziert?
Steve Karier:
Über JP Morgan und andere Unterstützer.
Niagara Kate:
Krass.
Steve Karier:
Ja, das ging erst nach London und dann nach New York und als die grünes Licht gegeben haben, haben uns auch andere unterstützt…
Niagara Kate:
Wenn ich das jetzt über die 4 Jahre, die es Fundamental gibt verfolge, übernehmt ihr als Fundamental nicht nur noch kulturelle, sondern immer mehr soziale Aufgaben.
Steve Karier:
Diesen Herbst wollen wir mit einem Altenheim zusammenarbeiten. Da sind die Leute, die jetzt merken: Es ist das Ende. Und die haben vielleicht ne Firma gegründet und sind noch fit, oder spielen Instrumente, wir haben da schon eine Kapelle gegründet, und dann sind da welche, die sind dement, da geht es nur darum, dass sie Berührungen wahrnehmen und sich etwas bewegen. Wir arbeiten zusammen mit der Psychologin und denken uns sinnvolle Beschäftigungen aus.
Dann mussten wir los in die Bananenfabrik. Der Chef und die Kate.
Winkewinke
aus dem Fun-Damen-Tal
Niagara Kate