Alle paar Jahre erreichen uns Meldungen über Soldaten, die Jahrzehnte nach dem Ende eines Krieges in Wäldern oder Unterschlupfen aufgefunden werden – sei es, dass sie den Frieden schlicht verpasst haben, sei es, dass sie ihn nicht wahrhaben wollten. Der irakische Dramatiker Nahid al-Ramadhani nimmt diese (fiktive) Situation zum Ausgangspunkt für die Suche nach Erklärungen. Sein Zwei-Personen-Stück Amado zeigt einen japanischen Soldaten, der 30 Jahre nach dem Ende des zweiten Weltkriegs von einem ehemaligen Vorgesetzten auf einer einsamen Insel aufgefunden wird.

Warum ist er drei Jahrzehnte an diesem Ort geblieben? Ramadhani eröffnet mehrere Möglichkeiten, wie es dazu kam und welche Reaktion Amados sich daraus ergibt. Pflichtgefühl? Rache? Zorn? Bestürzung über das eigene Verhalten? Immer wieder versucht das Stück, die Frage nach dem Motiv zu beantworten -um am Ende festzustellen, dass die Sache viel komplexer ist als anfangs angenommen. Und dass die Problematik auch im 21. Jahrhundert nichts an Brisanz verloren hat.

Die Regisseurin Anne Simon und der Schauspieler Steve Karier haben sich bei einer früheren Produktion von den Texten Ramadhanis begeistern lassen. Für Amado kommt Theater-Star Wolfram Koch dazu. Gemeinsam wollen sie herausfinden, an welchem Punkt sich alle Kriege gleichen, und die thematische, ästhetische und historische Dis...

Vendredi 27 janvier 2012 à 20:00
Lundi 30 janvier 2012 à 20:00
Mardi 31 janvier 2012 à 20:00
Mercredi 1 février 2012 à 20:00
Jeudi 2 février 2012 à 20:00

Press review